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  • Kollektiv Kollinski

Schweigen für Kunst & Kultur

Bereits im Juni 2020, also kurz nach dem ersten österreichischen harten Lockdown, haben über 150 Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen auf dem Residenzplatz zu Salzburg eine Stunde lang für faire Entlohnung in der Kunst und Kultur geschwiegen. Die Aktion initiierte KOLLINSKI-Gründerin Susanne Lipinski gemeinsam mit Caroline Richards, Alex Linse und Ben Pascal.


Nun ist fast ein Jahr vergangen und wir stehen kurz vor dem 4. Lockdown - oder ist es Nummer 20? Wir haben das Gefühl für die Zeit verloren. Jedenfalls dürfen wir seit über 100 Tagen nicht mehr "spielen" - ein Luxusproblem? Vielleicht, wir denken aber, es ist zu kurz gedacht, Kultur wegzusperren. Wir arbeiten weiter, an neuen Formaten, rüsten uns digital, protestieren mit Stille. So auch in der Aktion, die der Dachverband Salzburger Kulturstätten (kultur.or.at) gemeinsam mit FS1 - Community TV Salzburg (fs1.tv) von Lübeck nach Salzburg gebracht hat: "Ohne Kunst & Kultur wird´s still" aus der Feder von Maria Paz Caraccioli Gutierrez.



Gudrun Plaichinger und Susanne Lipinski haben mit ihrem Schweigen gemeinsam mit anderen 50 Salzburger Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen ein Zeichen gesetzt für die reflexive Kraft der Kunst. Dafür dass Solidarität, Empathiefähigkeit und Mitgestalten auf Augenhöhe politische Unwörter wie Lebensgefährder, Inzidenz oder Lockdown verdrängen mögen.

Ja die Kunst hat in unserem Verständnis einen ganzheitlichen Ansatz, der dazu beitragen kann, nicht nur Symptombekämpfung zu betreiben, sondern zum tatsächlichen Wandel anzuregen. Out of the box zu denken, inklusiv zu arbeiten und letztlich Lösungsvorschläge zu machen. Wir möchten an dieser Stelle auch noch auf den Artikel von Marlene Streeruwitz hinweisen, in dem vieles davon steckt, was unsere Arbeit bereits vor der Krise beinhaltete:

" Andere Talente. Andere Formen. Andere Stile. Andere Schauspieler und Schauspielerinnen. Wir könnten nicht nur das Theater sehen, das durch die Zensuren der Zulassung durch die staatstheaterlichen Eliten und die Publikumswirksamkeit gegangen ist.

Das Kleintheater kommt mit Kleinzustimmung aus und kann so der längst gelebten Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger entsprechen und muss nicht an einer von Theaterkritik und Politik verlangten Hochkultur gemessen werden. ..." Mehr Theater machen: Marlene Streeruwitz fordert neue Kulturpolitik - Kulturpolitik - derStandard.at › Kultur


Unsere Form ist derzeit Schweigen und Brodeln, Kochen und Hexen im Hinter- und Untergrund, damit wir uns bald in den Vordergrund wagen können, und dann wenn wir dürfen mit allen Künsten gewappnet sind für den Neuanfang nach der Apokalypse: Schweigen ist Gold.






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